xing icon 32x32 Facebook plant die „Eroberung des Ostens“

Facebook hier, Facebook da – jeder spricht von Facebook, sogar kleine Mädels im Bus nach der Schule besprechen ihren Beziehungsstatus auf Facebook, als ob es keine anderen aktuellen und interessanten Themen gäbe. Facebook ist die neue Epidemie des 21. Jahrhunderts, die sich schnell und unaufhaltsam verbreitet. Jedoch gibt es einige Völker, die noch nicht „angesteckt“ sind. Mark Zuckerberg kümmert sich aber bereits darum.

Nach dem Börsengang von Facebook – über den Erfolg dieser Aktion lässt sich streiten – plant das größte soziale Netzwerk der Welt, seine Macht weiter auszubreiten. Das Ziel des Vorhabens lässt sich schnell erkennen. Geschichtlich und kulturell bedingt, wehrt sich immer noch der Osten gegen die digitale Expansion des westlichen Konkurrenten. Dies ist außerdem mit der Tatsache verbunden, dass Länder wie Russland, Ukraine (bzw. die Länder der ehemaligen UdSSR), China, Japan, Vietnam und Südkorea ihre eigenen sozialen Medien haben, die einen monopolistischen Status besitzen. Wenn man die Marktsituation unter die Lupe nimmt, hat Herr Zuckerberg eher „schlechte Karten“ bezüglich der Eroberung des Ostens.

Russland

Zum heutigen Zeitpunkt gibt es in Russland laut entsprechend den Statistiken von Sociabakers 5,7 Mio. Facebook-Nutzer. Dies macht ca. 11% der Penetration aus, ausgehend von der Gesamtzahl der Internetnutzer. Zurzeit zählen zu den Marktführern in Russland soziale Netzwerke wie VKontakte und Odnoklassniki. Allein in Russland gibt es ca. 81 Mio. VKontakte- Nutzer, global gesehen besitzen fast 127 Mio. Internetnutzer ein VKontakte-Profil

Odnoklassniki, das mittlerweile einem der größten russischen Internet-Konzerne „Mail.ru Group“ gehört, hat mehr als 100 Mio. Nutzer. Somit besitzt Facebook momentan den dritten Platz in der gesamten Netzwerksphäre Russlands.

Nichtsdestotrotz schätzen die Repräsentanten von Facebook ihre Chancen für die Penetration in Russland als „sehr gut“ ein. Solch eine Einschätzung basiert darauf, dass russischsprachige Nutzer einerseits sehr engagiert in Sachen Social Media sind, andererseits wird die Situation mit den Inhalten des „Vkontakte“ – Netzwerkes, die unter den Begriff „graue Zone“ fallen, eines Tages eskalieren. Und dies ist, nach Meinung von Facebook, nur die Frage der Zeit.

China

In China sehen die Perspektiven von Mark Zuckerberg nicht so erfreulich aus, denn die Zensur in dem „Land des Lächelns“ bezüglich der digitalen Medien ist sehr streng und, um den negativen Einfluss des Westens zu vermeiden, ist Facebook verboten und hat daher nicht den geringsten Marktanteil. Das IPO Management kommentiert die bestehende Situation folgendermaßen: „We do not know if we will be able to find an approach to managing content and information that will be acceptable to us and to the Chinese government. In the event that access to Facebook is restricted, in whole or in part, in one or more countries or our competitors are able to successfully penetrate geographic markets that we cannot access, our ability to retain or increase our user base and user engagement may be adversely affected, we may not be able to maintain or grow our revenue as anticipated, and our financial results could be adversely affected.

Ohne Umschweife wirkt dies sich positiv auf die Lage der Local Players aus, die weiterhin ihren Platz an der Sonne genießen dürfen. Das stärkste soziale Netzwerk in China ist Tencent Qzone, das 2005 von „Tencent Holding“ gelauncht wurde. Dieses stellt eine Kombination aus LiveJournal und Facebook dar. Hier haben Nutzer die Möglichkeit, Blogartikel zu schreiben, Musik zu hören, Fotos auszutauschen, Freundschaften zu schließen und Social Gaming zu betreiben. Das soziale Netzwerk hat ein sehr durchdachtes Finanzierungsmodell namens „Yellow Diamond“ Membership, das spezielle Nutzer freundliche Services gegen Entgelt zur Verfügung stellt. 2011 wurden in China 500 Mio. aktive Qzone-Nutzer registriert und diese Zahl spricht für sich. Zu den anderen chinesischen sozialen Netzwerken zählen Sina Weibo und Ren Ren, die entsprechend der Nutzerzahlen den zweiten und dritten Platz am Markt einnehmen.

Fazit

Angesichts der oben erwähnten Fakten, kann man Mark Zuckerberg unterstellen, dass solche Pläne für den heutigen Zeitpunkt eher als eine reine PR-Aktion im Hinblick auf den Börsengang gelten können. Meiner Ansicht nach, ist die Eroberung durch Facebook sowohl in China als auch in Russland zumindest in der nahen Zukunft zum Scheitern verurteilt. In China wegen der politischen und sozialen Situation, in „Russland“ im weitesten Sinne aufgrund der mentalen und kulturellen Differenzen.

 

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